Zur Vorbereitung einer Datensicherung (Teil 1: persönliche Daten und Teil 2: Linux-System per „Timeshift“) auf eine oder 2
externen Festplatten habe ich diese FP wohl unzureichend vorbereitet / formatiert, denn sie nehmen keine Befehle an.
Für den „Timeshift“-Teil brauche ich das Dateisystem „ext4“. (So las ich es in der Sonderausgabe „Perfekte Datensicherung auf Ubuntu Linux“ vom Juni 2022 des „Linux-Insider“-Abos.) Wie kriege ich „ext4“ auf die externe FP?
Wie bringe ich die FP dazu, wieder Befehle anzunehmen ?
mffG
Ich habe mit Timeshift schlechte Erfahrung gemacht als ich ein System wiederherstellen wollte.
Zum Beispiel wurde das SNAP Verzeichnis nicht mit gesichert.
Timeshift ist primär als System-Backup-Werkzeug gedacht, nicht als vollständiges Abbild inklusive aller Benutzerdaten oder Anwendungscontainer.
Warum das Snap-Verzeichnis standardmäßig fehlt
Timeshift schließt in der Standardeinstellung fast alles aus, was sich in /home befindet oder was es als „variable Daten“ betrachtet. Da Snaps ihre Daten und Mount-Punkte oft unter /snap und in den versteckten Ordnern des Home-Verzeichnisses ablegen, entstehen bei der Wiederherstellung folgende Probleme:
- Ausschlusslisten: Timeshift hat eine interne Liste von Verzeichnissen, die es ignoriert, um das Backup klein zu halten.
- Mount-Probleme: Snaps sind technisch gesehen „Loop-Mounts“. Timeshift sichert oft nur das Verzeichnis, aber nicht die darin eingehängten virtuellen Dateisysteme.
- Die Home-Falle: Wenn Sie Ihr
/home-Verzeichnis in Timeshift nicht explizit eingeschlossen haben, fehlen die Konfigurationen der Snaps komplett.
So machen Sie es beim nächsten Mal besser
Falls Sie bei Timeshift bleiben möchten, müssen Sie die Einstellungen manuell anpassen:
- Filter-Einstellungen: Gehen Sie in Timeshift auf Einstellungen > Filter. Dort müssen Sie sicherstellen, dass
/snapund/var/lib/snapdnicht auf der roten „Ausschlussliste“ stehen. - Benutzer-Dateien: Wenn Sie möchten, dass auch die Einstellungen Ihrer Programme (die Snaps) gesichert werden, müssen Sie unter Einstellungen > Benutzer die Option „Versteckte Dateien einschließen“ (Hidden Items) für Ihren Benutzerordner aktivieren.
Alternativen für eine „echte“ Gesamtsicherung
Wenn Sie schlechte Erfahrungen gemacht haben, ist es oft klüger, auf Werkzeuge umzusteigen, die weniger „eigenwillig“ filtern.
Rat für Sie: Nutzen Sie Timeshift nur für das nackte System (Kernel, Treiber) und verwenden Sie für Ihre Anwendungen und Snaps das Tool Déjà Dup (in Ubuntu einfach „Datensicherung“ genannt). So ist das System in 5 Minuten wiederhergestellt und Ihre Programme kommen aus dem zweiten Backup dazu.
MfG
Li
Schön, dass Ihre Frage beantwortet wurde!
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Hallo Onkelleopold,
starten Sie das Programm Laufwerke >
Auf der linken Seite wählen Sie ihre externe Festplatte aus >
Auf der rechten Seite wählen Sie die Partition die Sie mit ext4 formatieren möchten >
unterhalb ist ein Zahnrad, darauf klicken und Partition formatieren… auswählen.
Dann noch das Dateisystem ext4 auswählen und die Formatierung starten. das wars.
Ich habe mit Timeshift schlechte Erfahrung gemacht als ich ein System wiederherstellen wollte.
Zum Beispiel wurde das SNAP Verzeichnis nicht mit gesichert.
Hier ein intressanter Beitrag zu Timeshift https://www.wpavel.de/linuxhelfer/timeshift
MfG
Jürgen
Hallo onkelleopold,
da Sie Timeshift nutzen möchten, ist die Entscheidung für ext4 absolut korrekt, da dieses Dateisystem die notwendigen „Hardlinks“ unterstützt, um Speicherplatz bei Backups zu sparen.
Hier ist der sicherste Weg, wie Sie Ihre externen Festplatten unter Linux (Ubuntu) vorbereiten:
1. Das Werkzeug: „Laufwerke“ (Gnome Disks)
Nutzen Sie unter Ubuntu nicht das Terminal, sondern das vorinstallierte grafische Programm „Laufwerke“ (englisch: Disks). Das ist wesentlich übersichtlicher und weniger fehleranfällig.
- Schließen Sie die externe Festplatte an.
- Öffnen Sie das Startmenü und suchen Sie nach „Laufwerke“.
- Wählen Sie in der linken Liste Ihre externe Festplatte aus. (Vorsicht: Achten Sie auf die Größe, um nicht die interne Platte zu löschen!)
2. Die Festplatte „neutralisieren“ (Wieder gängig machen)
Wenn die Platte keine Befehle annimmt, löschen Sie zuerst die alte Struktur:
- Klicken Sie oben rechts auf die drei Punkte (Menü) und wählen Sie „Laufwerk formatieren…“.
- Wählen Sie bei „Partitionierung“ den Punkt GPT (modern und passend für UEFI).
- Bestätigen Sie das Löschen. Die Platte ist nun komplett „leer“ und unpartitioniert.
3. Die ext4-Partition erstellen
Jetzt legen Sie das Dateisystem für Timeshift an:
- Klicken Sie auf das Plus-Symbol (+) unter dem Balken der Festplatte.
- Legen Sie die Größe fest (für Timeshift meist die gesamte Platte).
- Geben Sie der Platte einen Namen (z. B. „Backup_Timeshift“).
- Wählen Sie bei „Typ“ den Punkt „Interner Datenträger zur Verwendung mit Linux-Systemen (ext4)“.
- Klicken Sie auf Erstellen.
Warum die Platte eventuell immer noch „blockiert“
Unter Linux gehört eine frisch formatierte ext4-Platte zunächst dem System-Benutzer root. Wenn Sie normale Daten (Teil 1 Ihrer Sicherung) darauf kopieren wollen, haben Sie oft keine Schreibrechte.
Die Lösung: Nachdem Sie die Partition erstellt haben, müssen Sie die Rechte für Ihren Benutzer freigeben. Öffnen Sie ein Terminal und geben Sie folgenden Befehl ein (ersetzen Sie /media/ihrname/festplatte durch den Pfad, unter dem die Platte eingehängt wurde):
sudo chown -R $USER:$USER /media/ihrname/festplatte
Zusammenfassung für Ihre Strategie
- Festplatte 1 (Persönliche Daten): Hier könnten Sie auch NTFS oder exFAT wählen, falls Sie die Daten jemals an einem Windows-PC lesen müssen.
- Festplatte 2 (Timeshift): Zwingend ext4, wie Sie richtig gelesen haben. Timeshift wird die Rechteverwaltung während des Backups selbst übernehmen, sobald Sie das Ziel in der Software auswählen.
MfG
Li