12.11.2025
Hallo an die Experten von Computerwissen.
Bin schon lange immer wieder Kunde und Interessent bei ihnen.
Habe jetzt eine Frage zu Cyberbetrug, wozu im Internet immer wieder dubiose Angebote auftauchen. Hierzu bin ich leider auch wohl der Versuchung erlegen und dazu jetzt meine Frage .
Bei dem Kontakt zu einem solchen Angebot wurde dem Anrufer ermöglicht kurzzeitig auf meinen PC zuzugreifen über „programm -anydesk-“ . Nachdem ich dann doch die Verbindung abgebrochen habe, wurden keine „Spuren“ mehr von einem Fremdeingriff festgestellt. Es ist mir aber unklar, ob da doch schon etwas Kritisches abgerufen werden konnte und weiter abgerufen werden kann. Haben sie dazu evtl. nähere Kenntnisse und können mir dazu etwas mitteilen, dann wäre ich ihnen sehr dankbar. Hiermit schon danke für ihre Mühe und freundliche Grüße, J.Stender
Hallo J. Stender,
Es ist mir aber unklar, ob da doch schon etwas Kritisches abgerufen werden konnte und weiter abgerufen werden kann.
Ob bei diesem wie Sie schildern kurzen Zugriff etwas abgerufen wurde läßt sich von hier nicht beantworten.
Aber weitere Abrufe und Änderungen an Ihrem Rechner sind ausgeschlossen, solange Sie dem anderen keine Zugriff ’s Berechtigung geben.
MfG
Jürgen
Hallo jstender,
wenn jemand über AnyDesk auf Ihren PC zugegriffen hat, besteht grundsätzlich die Gefahr, dass bereits in kurzer Zeit sensible Daten eingesehen oder sogar Software installiert werden kann – selbst wenn die Verbindung nur wenige Minuten bestand. Ob nach Abbruch der Verbindung dennoch kritische Folgen entstanden sind, hängt insbesondere davon ab, wie viel Zugriff der Fremde tatsächlich hatte und ob während des Zugriffs Programme oder Dateien heruntergeladen bzw. verändert wurden.
Mögliche Gefahren nach Fernzugriff
- Betrüger nutzen den Fernzugriff oft, um Passwörter, Kontoinformationen oder Zugänge zu E-Mail/Banking herauszufinden.
- Es kann in wenigen Minuten Malware installiert werden, die etwa Tastatureingaben ausliest, Bildschirmaufnahmen macht oder später erneut Zugriff ermöglicht (Backdoor, Remote Access Trojaner).
- Manchmal wird versucht, weitere Zugangsdaten zu stehlen und sie im Darknet zu verkaufen.
Hinweise auf kompromittierte Systeme
Achten Sie nach solch einem Zugriff besonders auf Veränderungen am System:
- Plötzliche Verlangsamung, ungewöhnliche Aktivitäten oder Pop-ups.
- Installation unbekannter Software, Veränderung von Dateien, neue Benutzerkonten.
- Unerklärliche Netzwerkverbindungen im Task-Manager oder zu unbekannten IP-Adressen.
- Versenden von E-Mails unter Ihrem Namen oder Probleme beim Login.
Was jetzt zu tun ist
- Scannen Sie Ihr System mit einem aktuellen, zuverlässigen Anti-Virus- und Anti-Malware-Programm.
- Prüfen Sie, ob neue Programme oder Dienste installiert wurden und entfernen Sie diese möglichst vollständig.
- Ändern Sie alle wichtigen Passwörter (Windows, E-Mail, Online-Banking), insbesondere falls Sie Zugangsdaten während der Fernsitzung geöffnet hatten.
- Überprüfen Sie Ihre Bank- und E-Mail-Konten auf ungewöhnliche Aktivitäten.
- Für höchste Sicherheit empfiehlt sich auch eine System-Neuinstallation, wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass keine versteckte Malware bleibt.
- Melden Sie den Vorfall gegebenenfalls der Polizei oder zuständigen Stellen, insbesondere wenn ein finanzieller Schaden entstanden ist.
Präventionsmaßnahmen für die Zukunft
- Fernzugriffsprogramme niemals auf Verlangen installieren, wenn der Grund zweifelhaft ist.
- Nie persönliche oder finanzielle Informationen am Telefon oder per Fernzugriff preisgeben.
- Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung für möglichst viele Dienste.
- Halten Sie Ihr System und alle Programme stets aktuell, um Sicherheitslücken zu minimieren.
Wenn bislang keine Anzeichen für Fremdaktivitäten vorliegen, ist das zwar beruhigend, doch ein gründlicher Sicherheitscheck ist nach so einem Vorfall immer empfehlenswert.
MfG
Li
Hallo jstender,
hatten Sie bereits Anydesk auf Ihrem Rechner installiert oder erst während des Telefonats?
Wenn Sie das Programm erst während des Telefonats herunter geladen haben, könnten Sie unbemerkt zusätzlich ein Schadprogramm installiert haben, das auch jetzt noch Ihren Rechner ausspioniert. Um dieses loszuwerden sollten Sie die letzte Sicherung des Systems wieder einspielen.
Außerdem: Sie geben in Ihrer Anfrage Ihren Namen und die Adresse an. Dies ist ein öffentliches Forum, das von allen Suchmaschinen gelesen wird. Sie sollten Ihre Anfrage bearbeiten und Namen, Adresse und Kundennummer löschen.
VG
noha (Leser dieses Forums)
12.11.2025 23:57
Guten Tag,
aus Datenschutzgründen wurde die Frage von jstender angepasst um persönliche Daten zu schützen.
Danke für euer Verständnis.
Mfg
Racoon
Computerwissen Club Support – Team