Guten Tag liebe Fachleute, habe ein seltsames Problem beim Upgrade 24H2 auf 25H2:
Auf einen älteren Rechner (alle notwendigen WIN-Korrektuen durchgeführt) läuft Windows 11 Pro 24H2. Das 25H2 wird nicht angeboten, ich will es über die ISO/Setup installieren. Die Installation wird abgelehnt, weil „Windows kann mithilfe von Setup nicht auf einem USB-Speicherstick installiert werden“. Das System liegt aber auf einer fest eingebauen SATA-SSD. Ist allerdings ein Klon von einem anderen Rechner. Dabei wurde die SSD per USB angeschlossen, und das System-Laufwerk vom Rechner auf die USB-SSD geklont.
Woher bekommt Win die Info, dass es sich um einen USB-Stick handeln soll ? Könnte irgendwie in der Registry stehen, denke ich, aber wo ? Wie kann ich das finden und ggf. umstellen ?
Danke für Ihren Rat, mfg Rudolf Nitze
Hallo Rudolf Nitze,
liegt die ISO-Datei auf dem Rechner und nicht auf einem USB-STICK?
Wird die ISO-Datei in Windows bereitgestellt, sodass Sie nun die Setup.exe Datei sehen und ausführen können?
MfG
Jürgen
Hallo Herr Nitze,
dies Problem tritt auf nach dem Klonen eines Systemlaufwerks, das über USB angeschlossen war. Windows speichert Informationen über die Verbindung des Laufwerks in der Registry, und das Setup-Programm interpretiert diese als Indiz dafür, dass es sich um ein externes, entfernbares Laufwerk (wie einen USB-Stick) handelt, auf das eine Installation (Upgrade) nicht erlaubt ist.
Die entscheidende Information befindet sich im Registrierungs-Editor. Sie müssen den Wechselmedien-Status des Laufwerks in der Registry ändern.
Lösung über die Registry
Der Workaround besteht darin, einen Registrierungswert zu ändern, der Windows signalisiert, dass das Laufwerk kein Wechseldatenträger (Removable Media) ist.
1. Registry Editor öffnen
- Drücken Sie die Tastenkombination Windows + R.
- Geben Sie
regeditein und drücken Sie Enter (oder klicken Sie auf OK). - Bestätigen Sie die Benutzerkontensteuerung, falls erforderlich.
2. Zum relevanten Schlüssel navigieren
Navigieren Sie im Registrierungs-Editor zu folgendem Pfad:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control
3. Den Schlüssel StorageDevicePolicies erstellen oder anpassen
- Prüfen Sie, ob unter
Controlbereits ein Unterschlüssel namensStorageDevicePoliciesexistiert. - Wenn er existiert: Klicken Sie ihn an.
- Wenn er nicht existiert:
- Rechtsklick auf den Schlüssel
Control. - Wählen Sie Neu > Schlüssel.
- Nennen Sie den neuen Schlüssel
StorageDevicePolicies.
- Rechtsklick auf den Schlüssel
4. Den Wert Removable erstellen und ändern
Innerhalb des Schlüssels StorageDevicePolicies müssen Sie nun einen DWORD-Wert erstellen/ändern:
- Rechtsklick in den leeren Bereich im rechten Fenster.
- Wählen Sie Neu > DWORD-Wert (32-Bit).
- Nennen Sie den neuen Wert
Removable. (Achten Sie auf die genaue Schreibweise!) - Doppelklicken Sie auf den Wert
Removable. - Setzen Sie den Wert auf 0 (Null).
- Hinweis: Der Wert 0 signalisiert dem System, dass es sich nicht um einen Wechseldatenträger handelt.
- Klicken Sie auf OK und schließen Sie den Registrierungs-Editor.
5. System neu starten
Starten Sie Ihren Rechner unbedingt neu, damit die Registry-Änderung wirksam wird.
6. Upgrade erneut versuchen
Versuchen Sie nun, das Windows 11 Upgrade auf 25H2 über die ISO/Setup erneut durchzuführen.
Hintergrund des Problems
Der Fehler rührt wahrscheinlich von den USB-Treiberinformationen her, die beim Klonen auf das SATA-SSD übertragen wurden.
- Als die SSD extern über USB angeschlossen war, identifizierte das System sie als USB Mass Storage Device.
- Beim Klonen wurden diese gerätespezifischen Informationen, die in den Windows-Treibercaches und der Registry gespeichert sind (z.B. unter Schlüsseln wie
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Enum\USBSTOR), beibehalten. - Obwohl die SSD jetzt intern per SATA angeschlossen ist, wird sie von Windows aufgrund dieser alten Registry-Einträge weiterhin mit den Eigenschaften eines externen, austauschbaren Speichermediums verknüpft, was zur Ablehnung des Upgrades führt. Der Wert
Removableauf 0 zwingt Windows, diese Erkennung zu ignorieren.
MfG
Li
Hallo Frau Lippmann, erst mal herzlichen Dank für die umfangreiche Aufklärung. Hatte ja schon vermutet, dass es irgendwo in der Registry steht.
Habe nach Ihrer Anweisung den Point Removable eingerichtet. Leider behauptet das System immer noch, ich wolle auf einen USB-Stick installieren. Habe in USBSTOR gesucht und die eingebaute INTENSO-SSD dort auch gefunden. Füge die Reg-Ansicht als Docx bei. Haben Sie noch eine Idee, woran man schrauben könnte ? Vielen Dank Rudolf Nitze.
PS: es ist ja nicht sooo schlimm, wenn der Rechner erst mal weiter unter 24H2 läuft. Dafür dass er einen Intel I5 6500 hat, läuft er erstaunlich gut.
Hallo,
da Sie die SSD in der Registry unter USBSTOR gefunden haben, gibt es einen klaren Beweis dafür, dass Windows das Laufwerk trotz internem Anschluss noch immer als USB-Gerät behandelt.
Der Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Enum\USBSTOR speichert die Informationen aller jemals per USB angeschlossenen Massenspeichergeräte. Wenn das Setup-Programm dort einen Eintrag findet, der zu Ihrer aktuellen Boot-Platte gehört, kann es die Installation verweigern.
Lösung: Entfernen des USB-Eintrags für die SATA-SSD
Die aggressivere Lösung besteht darin, den spezifischen USB-Eintrag für Ihre Intenso-SSD aus dem USBSTOR-Schlüssel zu entfernen, da diese SSD nun intern per SATA angeschlossen ist.
Achtung: Dies ist ein Eingriff in kritische Systembereiche. Gehen Sie sorgfältig vor und machen Sie zur Sicherheit ein Backup der Registry oder zumindest des Enum-Schlüssels (Rechtsklick auf Enum -> Exportieren).
1. Registry-Eintrag identifizieren
Ihr Screenshot zeigt den Pfad:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Enum\USBSTOR\Disk&Ven_ATA&Prod_INTENSO_SSD&Rev_2A0\0123456789ABCDE&0
- Der Schlüsselname (
Disk&Ven_ATA&Prod_INTENSO_SSD&Rev_2A0) identifiziert Ihre Intenso SSD eindeutig als Gerät, das über USB angeschlossen wurde. - Die Werte im rechten Fenster (z.B.
FriendlyName:INTENSO SSD USB Device,Service:disk) bestätigen die USB-Zuordnung.
2. Löschen des USBSTOR-Eintrags
- Klicken Sie im Registrierungs-Editor mit der rechten Maustaste auf den Ordner/Schlüssel, der mit Ihrer Intenso SSD verbunden ist:
- Disk&Ven_ATA&Prod_INTENSO_SSD&Rev_2A0
- Wählen Sie im Kontextmenü Löschen.
- Bestätigen Sie die Löschung.
3. Neustart und Treiberscan
Nach dem Löschen des Schlüssels müssen Sie das System neu starten.
- Beim Neustart erkennt Windows Ihre SSD erneut über den SATA-Controller und sollte die entsprechenden SATA-Treiber (nicht die USB-Treiber) korrekt zuordnen.
- Die Kennzeichnung als „USB-Speicherstick“ sollte damit endgültig verschwunden sein, da die historischen USB-Informationen fehlen.
4. Upgrade erneut versuchen
Versuchen Sie die Installation/das Upgrade auf Windows 11 25H2 über die ISO erneut.
Zusätzliche Prüfstelle (Falls das Problem weiterhin besteht)
Falls das Löschen des USBSTOR-Eintrags nicht hilft, könnte ein persistenter Verweis im Gerätemanager verblieben sein, der das Laufwerk noch als „Wechseldatenträger“ kennzeichnet.
- Öffnen Sie den Gerätemanager (Windows + X -> Gerätemanager).
- Erweitern Sie den Punkt Laufwerke.
- Rechtsklick auf Ihre Intenso SSD -> Eigenschaften.
- Überprüfen Sie die Registerkarte Details und wählen Sie unter Eigenschaft den Punkt Buskodename des Geräts aus. Dieser sollte idealerweise
ATAoderSCSI(für SATA) anzeigen, nichtUSB.
Wenn die Registry-Änderung fehlschlägt, ist dies oft der letzte Weg, da es die tief verankerten Informationen über die ursprüngliche USB-Verbindung entfernt.
MfG
Li
Nachtrag:
Wenn das Löschen des USBSTOR-Eintrags nicht funktioniert, liegt der Fehler möglicherweise in einem anderen Teil der Registry, der festlegt, ob ein Datenträger austauschbar (Removable) ist.
Der Windows-Datenträgertreiber (oder genauer gesagt, die Speichertreiber) entscheidet basierend auf der Hardware-ID, wie ein Laufwerk behandelt wird.
Alternative Registry-Prüfstelle: Die Geräte-Klasse
Sie können versuchen, die Geräteeigenschaften direkt im SCSI- oder Harddisk-Klassenschlüssel zu überschreiben, da Ihre SSD nun intern über SATA (oft als SCSI emuliert) läuft.
Dieser Workaround nutzt den Klassenschlüssel des Laufwerks, um das Verhalten systemweit zu ändern.
1. GUID der Festplatten-Klasse finden
Navigieren Sie im Registrierungs-Editor zu folgendem Pfad:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Class
- Suchen Sie dort den Schlüssel für die Festplatten/Laufwerke (Harddisk Drive). Die GUID (Globally Unique Identifier) für diese Klasse ist in der Regel:
{4D36E967-E325-11CE-BFC1-08002BE10318}
2. Spezifischen Laufwerks-Unterschlüssel finden
- Öffnen Sie den Schlüssel
{4D36E967-E325-11CE-BFC1-08002BE10318}. - Darin sehen Sie nummerierte Unterschlüssel wie
0000,0001,0002usw. - Klicken Sie diese Schlüssel einzeln durch und suchen Sie im rechten Fenster nach Werten wie
DriverDescoderFriendlyName, bis Sie den Eintrag finden, der Ihre Intenso SSD beschreibt.
3. Den Wert Removable erzwingen
Sobald Sie den richtigen nummerierten Schlüssel (z.B. 0003) für Ihre SSD gefunden haben, fügen Sie dort einen neuen Wert hinzu:
- Rechtsklick in den rechten Bereich → Neu → DWORD-Wert (32-Bit).
- Nennen Sie den neuen Wert
Removable. - Doppelklicken Sie darauf und setzen Sie den Wert auf 0 (Null).
4. Neustart und erneuter Versuch
Nach dem Neustart sollte Windows dieses spezifische Laufwerk (Ihre SSD) unabhängig von alten USB-Metadaten als nicht-austauschbar behandeln und das Upgrade erlauben.
Mfg
Li